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2PEAK Gear Calculator: die richtige Übersetzung wählen, ohne zu raten

Reicht mein leichtester Gang für diese 9%-Steigung? Ist der schwerste gross genug, damit ich in der Abfahrt nicht ins Leertreten komme? Wie viele wirklich unterschiedliche Gänge habe ich eigentlich an meinem Bike? Normalerweise beantwortest du das nach Gefühl, oder indem du ein Ritzelpaket zum Ausprobieren wechselst. Der neue Gear Calculator von 2PEAK liefert dir die Antwort schwarz auf weiss: Für jede Kombination aus Kettenblatt und Ritzel zeigt er dir die Übersetzung, die Entfaltung und deine Geschwindigkeit bei einer bestimmten Trittfrequenz – und markiert dir, welche Gänge sich doppeln und welche Kombinationen du besser meidest. Schauen wir uns an, was das Tool kann und wie du es nutzt.

 

Übersetzung, Entfaltung, Geschwindigkeit: drei Blickwinkel auf denselben Gang

Zuerst  sollen drei Begriffe geklärt werden, denn sie tauchen im Folgenden immer wieder auf.

Die Übersetzung ergibt sich aus der Zahnzahl deines Kettenblatts geteilt durch die deines Ritzels. Ein 50 × 12 zum Beispiel ergibt eine Übersetzung von 4,17: Bei jedem Pedaltritt dreht sich dein Laufrad 4,17-mal. Je grösser die Zahl, desto schwerer und schneller der Gang; je kleiner sie ist, desto leichter fällt dir das Bergfahren.

Die Entfaltung (auch Development genannt) macht aus dieser Übersetzung eine reale Distanz: Sie gibt an, wie viele Meter du pro Pedaltritt zurücklegst, und wird berechnet, indem du die Übersetzung mit deinem Laufradumfang multiplizierst. Bei einem klassischen Rennradreifen (700 × 28C, rund 2,14 m Umfang) bringt dich derselbe 50 × 12 pro Tritt fast 8,9 m voran.

Die Geschwindigkeit schliesslich ist einfach Entfaltung mal Trittfrequenz. Diese 8,9 m bei 90 Umdrehungen pro Minute ergeben rund 48 km/h. Änderst du die Trittfrequenz, ändert sich auch die Geschwindigkeit entsprechend – und genau deshalb lohnt es sich, mit diesem Regler zu spielen.

Noch ein Wort zum Laufrad: Sein Umfang hängt von deinem Reifen ab, und der Calculator berechnet ihn anhand der ETRTO-Grösse, dem Standard, der einen Reifen über Breite und Felgendurchmesser beschreibt – etwa 28-622 für einen 700 × 28C Rennradreifen oder 42-622 für einen 700 × 42C Gravelreifen. Ein grösserer Reifen ergibt ein etwas grösseres Laufrad, also bei gleicher Übersetzung eine leicht höhere Entfaltung und Geschwindigkeit.

2PEAK Gear Calculator

 

Was du eingibst, was du bekommst

Die Idee dahinter ist simpel: Du beschreibst deinen Antrieb, den Rest übernimmt das Tool.

Zuerst gibst du deine Kettenblätter ein – eins, zwei oder drei – samt ihrer Zahnzahlen (die Reihenfolge spielt keine Rolle, das Tool sortiert sie automatisch). Danach dein Ritzelpaket: Entweder gibst du die Anzahl der Ritzel sowie das kleinste und grösste an, und der Button «Calculate sprockets» verteilt die Zähne dazwischen; oder du trägst die exakte Liste deiner Ritzel selbst ein, frei editierbar. Du wählst deinen Reifen aus der ETRTO-Liste, stellst eine Trittfrequenz ein, und das war’s schon.

Im Gegenzug bekommst du eine Tabelle mit sämtlichen möglichen Kombinationen, jede mit Übersetzung, Entfaltung und Geschwindigkeit. Auf einen Blick siehst du die ganze Bandbreite deines Bikes – die Abstände zwischen den einzelnen Gängen, deine Spanne vom leichtesten bis zum schwersten Gang – statt sie zu erraten.

 

Doppelungen erkennen

Bei einer Zwei- oder Drei-Kettenblatt-Schaltung überschneidet sich ein guter Teil der Kombinationen: Ein grosses Kettenblatt auf einem grossen Ritzel kann fast dieselbe Übersetzung ergeben wie ein kleines Kettenblatt auf einem kleinen Ritzel. Auf dem Papier hast du vielleicht «22 Gänge», die Zahl der wirklich unterschiedlichen Entfaltungen ist aber oft deutlich kleiner.

Der Gear Calculator markiert diese Überschneidungen. Das ist aus zwei Gründen nützlich: Erstens siehst du endlich, wie viele wirklich verschiedene Gänge dir tatsächlich zur Verfügung stehen. Zweitens erkennst du, wann es sich lohnt, das vordere Kettenblatt zu wechseln, statt dich durch die Ritzel zu schalten – es bringt schliesslich nichts, auf dem grossen Kettenblatt nach einer Übersetzung zu suchen, die du auf dem kleinen schon fast identisch hast.

 

Extreme Schrägstellung der Kette vermeiden

Kombinierst du das grosse Kettenblatt mit dem grössten Ritzel (oder das kleine mit dem kleinsten), läuft die Kette in einem scharfen Winkel quer über den Antrieb. Das nennt man Cross-Chaining oder eine ungünstige Kettenlinie, und das Tool markiert genau diese Kombinationen als zu vermeiden.

Dabei geht es um mehr als nur Geräusche: Eine schräg laufende Kette reibt an den Zähnen und am Schaltwerk, verschleisst schneller, schaltet weniger präzise – und kostet dich zusätzlich etwas Effizienz. Labormessungen zeigen, dass die Effizienz eines Kettenantriebs keineswegs konstant ist: Sie hängt vor allem von der Ritzelgrösse und der Kettenspannung ab und reicht von nahezu perfekt in günstigen Fällen bis zu deutlich höheren Verlusten in ungünstigen (Spicer et al., 2001, Journal of Mechanical Design). Die praktische Konsequenz daraus ist einfach: Bevorzuge bei einer gegebenen Übersetzung die «geraden» Kombinationen in der Mitte des Ritzelpakets und meide die extremen Schräglagen.

 

Wofür sich das Tool lohnt

Seinen grössten Nutzen zeigt das Tool bei Kaufentscheidungen. Bevor du ein neues Ritzelpaket oder neue Kettenblätter kaufst, kannst du zwei Setups vergleichen und anhand konkreter Zahlen prüfen, ob du einen Gang leicht genug für deine Anstiege und einen schwer genug für deine Abfahrten hast. Du kannst ausserdem ein Ein-Kettenblatt-Setup (1x) einem Zwei-Kettenblatt-Setup (2x) gegenüberstellen und sehen, was du an Einfachheit gewinnst und was du bei der Gangabstufung verlierst – oder eben nicht. Und weil die Geschwindigkeit direkt angezeigt wird, weisst du im Voraus, wie schnell dich jeder Gang bei deiner gewohnten Trittfrequenz bringt.

In der Praxis nutzt du das Tool typischerweise, um:

  • dein Anstiegsritzel zu bestimmen: die Entfaltung, die du brauchst, um bei einer bestimmten Steigung die Beine am Laufen zu halten;
  • verschiedene Setups zu vergleichen (1x/2x/3x, breitere oder engere Ritzelpakete), bevor du investierst;
  • deine Höchstgeschwindigkeit bei einer realistischen Trittfrequenz zu kennen;
  • die Berechnung an dein Terrain anzupassen, einfach durch einen Wechsel des Reifens (Rennrad, Gravel, MTB), da der Umfang Teil der Rechnung ist.